
Master next God? Der nordeuropäische Handelsschiffskapitän vom 17. bis zum 19. Jahrhundert
Jann Markus Witt
Vom gnadenlosen Schinder, der seine Matrosen bis aufs Blut schikaniert, bis hin zum gütigen "Alten", der wie ein Vater für seine Mannschaft sorgt, reichen diese Stereotype. Dabei werden oft die Verhältnisse in der Marine des 18. und 19. Jahrhunderts auf die Handelsschiffahrt übertragen, ohne die grundlegenden Unterschiede zwischen den völlig andersartigen Aufgabenstellungen von Kriegs- und Handelsmarine zu beachten. Hinter dieses oberflächliche Bild vom Kapitän schaut Jann Markus Witt in seiner Dissertation über den nordeuropäischen Handelsschiffskapitän. Aus Memoiren, Seerechtstexten und Seegerichtsakten hat er Erstaunliches zu Tage gefördert. In allen europäischen Seerechten fanden sich Bestimmungen über die absolute Gefehlsgewalt des Kapitäns und den nötigen Gehorsam der Crew. Die herausgehobene Position des Kapitäns wird in der Bezeichnung "Master next God" deutlich. Nur eine strenge Bordhierarchie ermöglichte in allen Situationen koordiniertes Handeln, und nur so konnte die Sicherheit des Schiffes und das Überleben der Besatzung sichergestellt werden. Obwohl es Ausnahmen gab, führten die meisten Kapitäne ihre Schiffe straff und diszipliniert, ohne sich despotisch zu verhalten.
Herausgegeben vom Deutschen Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven, Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 57
Der Autor: Dr. Jann Markus Witt, geboren 1967, studierte mittlere und neuere Geschichte und politische Wissenschaft und Öffentliches Recht in London und Kiel. Er veröffentlichte zahlreiche Fachbeiträge zur Seefahrtsgeschichte und zur schleswig-holsteinischen Landesgeschichte. Dr. Witt ist der Historiker des Deutschen Marinebundes e.V..
344 Seiten, Großformat, 57 teils farbige Abbildungen, gebunden
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